Motorrad-Museum Neckarsulm

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Weil das Stadtpark-Revival in diesem Jahr ausfallen musste, bot ein Besuch im Neckarsulmer Motorrad- und NSU-Museum ein bisschen Entschädigung in Sachen historische Rennmaschinen. Die diesjährige Sonderausstellung „Meister aller Klassen“ zeigt 24 Maschinen aus den Jahren 1960 bis 1985.

Honda ELF E (1984): E für Endurance 998 ccm-Vierzylinder, Achsschenkellenkung und Einarmschwinge, Tank unter dem Motor und eine echte „Vollverkleidung“.

Münch-URS 500 (1970): Helmut Faths selbst gebauter Reihen-Vierzylinder, mit dem er 1968 Gespann-Weltmeister wurde. Auf der Solo-Maschine errang Karl Hoppe 1969 die Deutsche Meisterschaft. Finanzielle Probleme zwangen den genialen Motoren-Tüftler Fath, den Rennstall an Friedel Münch zu verkaufen. 1971 folgte ein weiterer Gespann-WM-Titel mit Faths ehemaligem Mechaniker Horst Owesle als Fahrer.

BMW Formel 750 „Imola“ (1972): Bei den 200 Meilen von Imola startete Helmut Dähne 1972 seine internationale Karriere. Basis war eine Serien-R 75/5, die Dähne selbst modifizierte – ohne offizielle Werksunterstützung, jedoch mit „guten Kontakten“ zur BMW-Versuchsabteilung. Der spätere TT-Sieger Helmut Dähne gewann unzählige Langstrecken-Rennen und hält seit 1993 den wohl ewigen Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife mit 7:49,72 Minuten.

Stellvertretend für die wirklich exquisite Sammlung des Museums die Opel Motoclub (1929 / 500-ccm-Einzylinder) mit dem markant-futuristischen Pressstahl-Rahmen von Ernst Neumann-Neander. Auf Druck von General Motors zog sich Opel bereits 1930 aus der Motorrad-Produktion zurück. Die Fahrrad-Produktion (1927 war Opel weltgrößter Fahrrad-Hersteller) wurde 1936 an NSU verkauft.
Und die Modellgeschichte der Neckarsulmer ist im unteren Bereich zu besichtigen. Einige der NSU-Rennmaschinen fuhren bereits regelmäßig bei den Stadtpark-Revivals.

Unter Strich ein lohnender Ausflug zu den „Neckarsulmern“.

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